Öffentliche Schulbibliothek
Die Bibliothek
im Schulhaus Hof
ist zur Schul- und Quartierbibliothek
geworden:
mehr Bücher für
mehr Lesende.
Am
Donnerstag, 15. August 2002 um 16.30 Uhr wurde in einer kleinen Feier die neu
eröffnete öffentliche Schulbibliothek eingeweiht.
Hier der Bericht von der Einweihung:
Mehr Lesestoff für mehr Bücherfreunde: Die Schul- und Quartierbibliothek Hof wurde am Donnerstag eröffnet.
Michaela Friemel
«Dr. Dolittle und seine Tiere» von Hugh Lofting liegt unscheinbar zwischen ungefähr 300 weiteren Büchern, die auf eine angemessene «Alterspension» hoffen. Die ausgemusterten Bücher haben an ihrem alten Standort ausgedient und wurden anlässlich der Umstrukturierung der Schul- zur Quartierbibliothek zum Verkauf angeboten. Ab jetzt können jeden Schuldienstag von 15.15 bis 17.00 Uhr auch nicht schulpflichtige Kinder und Eltern die Bibliothek des Schulhauses Hof benützen.
«In einem Schulhaus ist das Lesen zentral für das Erlernen der Sprache», sagt der Schulleiter Ruedi Hofmänner bei der Begrüssung, «und dies nicht erst seit dem Erscheinen der Pisa-Studien.» Rund 60 Personen kamen zur Eröffnung, Schulkinder mit ihren Eltern und Vertreterinnen und Vertreter der Freihandbibliothek. Übrigens seien die «Schoggimüüsli» beim Apéro keine Mäuse, sondern Ratten: Leseratten. Es bleibe nur zu hoffen, dass man sich beim Essen anstecke.
«Doch, die Freihandbibliothek kennst du schon», widerspricht die Viertklässlerin Marina ihrer Mitschülerin. «Das Gebäude dort beim, äh, beim ... » Besonders genau scheinen beide die «Mutter» der mobilen Bibliothek, die in den letzten vier Jahren einmal pro Monat auf ihrem Schulhausplatz stand, nicht zu kennen. Die neu eröffnete Schul- und Quartierbibliothek ermöglicht nicht nur diesen zwei jungen Leseratten einen einfacheren Zugriff auf verschiedenste Bücher. Gerade Kinder, deren Eltern beide berufstätig sind, profitieren davon, in ihrem Quartier Bücher ausleihen zu können, und nicht in der weiter entfernten Bibliothek. Dies war vor zehn Jahren auch der Grund, warum die damals zwanzigjährige Freihandbibliothek für «Nachwuchs» sorgte: Seither pendelte das Schulmobil zwischen den verschiedenen Quartieren. Die rege Benutzung ist dem Wagen anzusehen. Seine Lehr- und Wanderjahre gehen jetzt aber zu Ende. Frisch gestrichen, wird er im Buchwald als Quartier- und Schulbibliothek stationiert werden.
Während es sich einige Kinder zum Märchenlauschen in der neuen Leseecke bequem machen, entwerfen andere auf Wettbewerbsblättern die neue Bemalung für das Buchmobil. Zur selben Zeit drücken die Erwachsenen die Schulbank: Peter Wegelin leitet als Initiant des Buchmobils ein Gespräch über Quartierbibliotheken. Bei einer glücklichen Zusammenarbeit zwischen Schule und Quartier würden Quartierbibliotheken als Treffpunkt verschiedenster Menschen dienen. «Die Bibliothek kann auch einen positiven Einfluss auf die Integration von Ausländern haben», sagt Susan Bucher, die sich im Buchwald für das Buchmobil einsetzt.
Der Aufwand für die Umstrukturierung war gross: Rund 300 Bücher mussten ausgemustert, neue gekauft werden. Gestelle wurden eigenhändig angefertigt, Bücher neu signiert und im Computer erfasst. Anne-Marie Frey, ehemalige Mitarbeiterin der Freihandbibliothek, unterstützte die fünf freiwilligen Helferinnen aus dem Quartier tatkräftig mit ihrer Erfahrung. «Ohne das grosse Engagement von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern wäre die Eröffnung der Quartier- und Schulbibliothek nie zustande gekommen», sagt Wegelin.
Das Sanggaller Buechmobil ist jetzt stabil geworden !
Die öffentliche Schulbibliothek ist jeden Schuldienstag von 15.15 - 16.45 Uhr geöffnet.
Gabi Koller, Cornelia Rüegg, Claudia Niederer und Irmgard Broger leihen Bücher und CD's aus und nehmen sie zurück.