Schulgeschichte
In den frühen Sechzigerjahren begann Winkeln - damals noch ein eher verträumter Vorort der Stadt St.Gallen – stetig zu wachsen. An der Oberen Herisauer Strasse und in der Kräzern entstanden einzelne Mehrfamilienhäuser. Später wurden auf der Sonnmatt, im Moosgarten sowie auf der Russen ganze Wohnsiedlungen erstellt. Selbstverständlich wirkte sich dieses Wachstum auch auf die Schule aus: Immer mehr Kinder strebten dem Schulhaus Bild zu und wollten dort unterrichtet werden. Klassen mit 35, 38 ja 40 Schülerinnen und Schülern waren in jener Zeit keine Seltenheit. Zudem war die Verkehrsbelastung der Zürcherstrasse – mehr als 20 Jahre vor der Eröffnung der Stadtautobahn – schon längst unerträglich geworden. Tausende von Fahrzeugen fuhren täglich hart am Schulhaus vorbei und störten den Unterricht ganz erheblich. Selbst bei geschlossenen Schulzimmerfenstern gingen die Antworten der Kinder oft im Motorenlärm unter.
Stadtrat, Schulrat und Gemeinderat erkannten die Notsituation. Sie legten den Bürgern ein Schulhausprojekt vor, das am Dorfrand von Winkeln, beim Kreuzbühl, verwirklicht werden sollte. Im Dezember 1964 gaben die Stimmenden mit ihrem JA grünes Licht für den Neubau. In den folgenden zweieinhalb Jahren entstand an der Gsellstrasse die neue Schulanlage.
Im April 1967, zu Beginn des neuen Schuljahres, zügelten die sechs Klassen mit ihren Lehrkräften vom alten ins neue Schulhaus. Das Einweihungsfest fand am 1. Juli desselben Jahres statt.
Nach Jahren der Raumnot und der Lärmbelästigung genossen nun alle die neuen besseren Verhältnisse: die Ruhe ums Schulhaus, die ungleich grössere Turnhalle, den schönen Pausenplatz und die grosse Spielwiese.
Leider erwies sich das Schulhaus Kreuzbühl schon bald als zu klein für das nun immer rascher wachsende Quartier. In den frühen Siebzigerjahren herrschte im alten "Bild" mit sechs Klassen wieder Vollbetrieb.
1973 fand das erste grössere Winkler Dorffest statt. Der Reinerlös kam den
Pflegeheimen Bruggen und St.Otmar zugute. Das ganze Quartier im Dreieck der
beiden Kirchen und der Schule glich einer einzigen Festhütte. Für die Kinder
wurden – neben einem Zeichnungswettbewerb – auch sportliche Wettkämpfe
angeboten: Hier lag gewissermassen die Keimzelle zum Winkler Sporttag, der seit
1975 dank aktiver Mithilfe der Winkler Bevölkerung jährlich jeweils am ersten
Samstag nach den Sommerferien durchgeführt wird.
In den Achtziger- und Neunzigerjahren beteiligten sich Schulklassen aus dem "Hof" mit ihren Lehrerinnen und Lehrern mehrmals an den farbenprächtigen Winkler Fasnachtsumzügen. Nach dem Umzug bekamen die Kinder auf dem Schulhausplatz Kreuzbühl jeweils einen kleinen Imbiss und konnten sich nachher in der Turnhalle zusammen mit ihren Eltern bei Musik und Tanz weiter unterhalten.
Nach über 20-jähriger Planungsphase bewilligte das Stimmvolk im Jahre 1987 endlich den Ersatz für das mittlerweile äusserst lärmgeplagte Schulhaus Bild. An schönster Lage wurde am 28. Nov. 1990 das neue Schulhaus Hof in Betrieb genommen. Das Schulhaus setzte gleich in mehreren Bereichen Massstäbe. Es war der Ehrgeiz der Planer, in diese natürliche Landschaft ein nach ökologischen Gesichtspunkten ausgerichtetes Schulhaus zu bauen. So wurde weitgehend auf Kunststoffe und Giftstoffe verzichtet. Zudem wurde im neuen Schulhaus eine Energieversorgung eingebaut, die im Kanton St. Gallen einzigartig ist. Die Körperwärme der Schülerinnen und Schüler wird zur Gewinnung von Heizenergie zurückgewonnen und gleichzeitig wurde mittels eines Generators, der mit Gas betrieben wird, Strom erzeugt und gleichzeitig Heizenergie gewonnen. Aber auch die Architektur des Gebäudes setzt Massstäbe. In den ersten 5 Jahren wurde unser Schulhaus von unzähligen Architekten und Interessierten aus ganz Europa besucht.
Es gehört zur Planung in Winkeln, dass das Schulhaus bereits bei der Inbetriebnahme wieder zu klein war. Nahtlos folgte die Erweiterung der Schulanlage, die im Sommer 1995 eröffnet werden konnte.